Spuren im Staub - Ein Fantasy Roman zum Mitmachen. Ein Buch voller Überraschungen.

Lesungsvideo des Fantasy romans Spuren im Staub

Textschnipsel aus "Spuren im Staub"

Abermals stieg ihm der metallische Geruch von Blut in die Nase. Seines Blutes.
Gequält schloss er die Augen. Dies würden sie ihm büßen. Sie hatten ihn entstellt. Entstellt und für immer gezeichnet.
Zum wiederholten Mal stiegen Gedankenfetzen vor seinem inneren Auge auf. Er musste wieder klar werden. Sofort. Zornig schüttelte er den Kopf und sein Blick klärte sich. Die Schleier zogen sich zurück in seine Augenwinkel.
Plötzlich preschte ein wildgewordener, schnaufender Eber aus der Dunkelheit des vor ihm liegenden Waldes. Sein Torso funkelte in goldener Farbe. Surrend folgte ein schweres Eisen, das auf ihn zuflog.

Schnell, schüttle das Buch. Drehe es auf den Kopf und wieder zurück.

Plötzlich erbebte die Erde. Wild begann sich die Welt zu drehen. Stand auf den Kopf und wirbelte zurück. Doch es war zu spät. Ein hässliches Geräusch durchbrach das Schnaufen. Ein Geräusch, das an das Zerreißen eines Stoffes erinnerte. Dunkles Blut spritzte nach allen Seiten, als ein Hammer tief in Aarons Schulter eindrang und ihm auch noch seinen unverletzten Flügel nahezu völlig vom Körper trennte.
Nach Luft schnappend, sackte der Engel vornüber in den Schnee. Augenblicklich färbte sich dieser glutrot und verwandelte ihn in ein matschiges Blutmeer.
Betäubt blieb der Engel liegen. Sein Atem rasselte über die karge Landschaft. Kälte nahm von ihm Besitz. Kroch in seine Knochen. Hüllte ihn ein. Er wusste nicht, wie lange er so in der Einsamkeit des Feldes dalag. Kein Laut war mehr zu hören. Außer der stoßweise Atem, der seinen Lungen entwich.
Unabänderlich füllten Aarons Lungen sich mit dickflüssigen Blut. Waren es Stunden? Oder doch nur Minuten? Allein, allein. Niemand würde kommen, um ihn zu retten. Nebel umwölkte seine Gedanken. Trugen ihn fort vom Schlachtfeld. Immer höher und höher. Die Welt um ihn herum verschwand. Sie löste sich auf.
Aarons Züge entspannten sich. Er machte sich bereit, seinen letzten Weg anzutreten. Den Weg nach Walhall, in die Halle der gefallenen Krieger. Denn ohne Flügel war ein Engel nicht imstande zu existieren. Sie gingen zu Grunde. Kaum einer hatte den Verlust seiner Flügel überlebt und wenn, dann nur als gefallener Engel. Ein gefallener Engel, geächtet von jedermann. Vogelfrei und für jeden zur Jagd freigegeben. Dann lieber in die Halle von Walhall.